Teil 2: Epische Fights, zuckersüße Siege und bittere Pleiten

04. Juni 2020

Was in der Saison 2000/2001 in der Kreisliga Nord passierte, war schlicht Hitchcock-verdächtig. Der VfR startete mit dem Vorhaben in die Saison erstmals in seiner Historie den Aufstieg in die Bezirksliga zu realisieren und scheiterte am Ende denkbar knapp und tragisch.

Teil 2: „Der unfassbare Dreikampf mit dem TSV Wollbach und dem TSV Mellrichstadt um den Aufstieg in die Bezirksliga 2000/2001“

Tragisch deshalb, weil der VfR in der regulären Saison ein nur einziges Spiel verlor und dieses drei Minuten vor Spielende durch einen umstrittenen Elfer in Wollbach. Knapp, weil ein einziger Zähler zur Meisterschaft fehlte. Doch fangen wir von vorne an…

Der VfR um Spielertrainer Thorsten Freund startete stark in die Runde, doch schnell war klar, dass auch Aufsteiger TSV Wollbach mit Spielertrainer Dominik Schönhöfer und der TSV Mellrichstadt mit Spielertrainer Rainer Graumann nicht so schnell klein beigeben. So entwickelte sich ein Dreikampf um den Titel der bis zum Ende auf des Messers Schneide stand.

Die Sulzler kassierten am 11. April ihre erste und einzige Saisonniederlage ausgerechnet im Nachholspiel beim TSV Wollbach. In einem rassigen Spiel vor ein paar hundert Zuschauern konnte Kapitän Stephan Penquitt die Wollbacher Führung durch Detlef Reitelbach spät ausgleichen. Noch später fiel der Wollbacher Siegtreffer durch einen umstrittenen, von Detlef Reitelbach verwandelten, Elfmeter.

Am vorletzten Spieltag, es war der 24. Mai, schien es, als würde Wollbach (60) das Rennen machen. Man hatte – bei drei Zählern Vorsprung auf den VfR (57) und deren zwei auf Mellrichstadt (58) – Heimrecht gegen den Vierten TSVgg Hausen, verpasste beim 1:1 allerdings die „Big Points“, versemmelte da sogar einen Matchball, wie sich später herausstellen sollte. Christoph Reuß sicherte dem TSV in der Nachspielzeit zumindest noch einen Zähler, der noch wertvoll werden sollte. Der VfR musste im direkten Verfolgerduellduell nach Mellrichstadt, spielte im Grunde bärenstark, verpasste es beim 1:1 allerdings seine Hochkaräter in Tore und damit in einen Sieg umzumünzen und am Rivalen vorbeizuziehen.

Drei Tage später, Sonntag, 27.Mai, folgte am letzten Spieltag der „Showdown“ in Sulzthal. Tabellenführer Wollbach (61) reiste mit drei Zählern Vorsprung im Gepäck an und konnte sich mit einem Sieg endgültig die Meisterschaft sichern. Für Sulzthal war Platz eins ebenso noch im Fokus, allerdings mit Auflagen. Zum einen musste man das Spiel gewinnen, um dann mit Wollbach in ein Entscheidungsspiel zu treten und zum anderen bedurfte es eines Punktverlustes von Mellrichstadt in Untererthal. Das Spiel vor der tollen Kulisse von über 400 Zuschauern ist schnell erzählt: Alexander Schoch und Frank Glöckner sorgten schon vor der Pause mit ihren Toren für den verdienten 2:0- Endstand. Allerdings trübte die Kunde aus Untererthal die Stimmung, da die Viktorianer die Partie gegen Mellrichstadt mit 0:4 verloren. Damit hatte Mellrichstadt mit 62 Punkten genau einen Zähler Vorsprung vor dem VfR und Wollbach (je 61).

So kam es wiederrum nur vier Tage später am 31.Mai in Thulba zum erneuten Aufeinandertreffen zwischen dem VfR Sulzthal und dem TSV Wollbach. Über 1100 Zuschauer bildeten einen prächtigen Rahmen des Entscheidungsspiels um Relegationsplatz zwei. Leider war das Ende ein ganz bitteres für die Sulzler, da Wollbachs Timo Karch mit einem Wahnsinnskopfball die Partie zu Gunsten des TSV entschied. Alles Fighten half nichts, der Ball wollte einfach nicht ins Wollbacher Tor, so dass für den VfR die Saison ganz furchtbar zu Ende ging, während der TSV Wollbach später durch einen souveränen Sieg gegen die Sportfreunde Holzhausen den Aufstieg in die Bezirksliga vollendete.

Der VfR dagegen weinte bitterlich, verlor man in der ganzen Runde nur einmal, hatte sowohl den direkten Vergleich gegen Mellrichstadt (2:0/1:1) als auch gegen Wollbach (1:2/2:0) gewonnen, der damals allerdings genauso wenig zählte wie das Torverhältnis, wo Blau-Weiß mit 70:27 Toren gegenüber Mellrichstadt (70:33) und Wollbach (59:27) auch die Nase vorne hatte. Der Traum des Aufstieges in die Bezirksliga zerplatzte jäh…

(c) Fotos: Saale-Zeitung