Saisonrückblick 2018/19 (Teil 1)

22. Mai 2019

Der VfR schließt die Saison zum zweiten Mal in Folge (wieder nur) als Dritter ab und verfehlt damit sein selbst gestecktes Saisonziel „Aufstieg“. Eine Einordnung.

Sommervorbereitung

Mit dem Trainingslager als Highlight ging es voller Vorfreude in die Testphase nach der misslungenen Rückrunde 17/18. Alle Ergebnisse gerieten zu Makulatur, als sich T.Eichmann im Großgemeindepokal erneut das Kreuzband riss. Eine nicht zu unterschätzende Schwächung schon, bevor es überhaupt um Punkte ging.

Hinrunde

Die Saison startete dennoch torreich mit 4:3 in Untererthal und 4:1 gegen Lauter, als man sich auf dem richtigen Weg wähnte. Die 4:3-Derbyniederlage war ein jäher Rückschlag, der mit dem 2:0 die Woche darauf gegen den späteren Meister Oerlenbach ausgebügelt werden sollte. Das 3:0 am 23. September gegen ein ungemein starkes Reiterswiesen sollte dann einen ersten Saisonhöhepunkt darstellen, weil man da taktisch überragend spielte, vorne die Dinger rein gingen und hinten die Null stand. Was aber leider die Ausnahme bleiben sollte. Eine gewisse Inkonstanz stellte sich spätestens mit der Niederlage in Wollbach sieben Tage ein. Doch auch dadurch ließ sich Blau-Weiß nicht vom Weg abbringen und fuhr vier (überzeugende) Siege in Folge ein, u.a. das 2:1 in Unterzahl in Diebach, was Charakter bewies. Die Herbstmeisterschaft war da unter Dach und Fach, die Penquitt-Elf verpasste es aber einen drauf zu legen und ein Polster zu bilden, weil es in Poppenroth auf einem schlechten Platz nur zu einem 1:1 reichte.

Rückrunde

14 Partien waren gespielt und der VfR grüßte von ganz oben, als es mit dem Derby Mitte März wieder los ging. Und was soll man sagen: Die Sulzler haben mit dem 3:1 den direkten Derbyvergleich gewonnen und waren absolut im Soll. Ärgerlich war da der Platzverweis für S.Meyer in der 89. Minute, der später noch weh tun sollte. Im darauffolgenden Spiel unterlag man in Ebenhausen mit 3:1 nach einer schwachen Vorstellung und einer noch schwächeren Schiedsrichteransetzung von Verbandsseite, die sich in den Spitzenspielen fortsetzen sollte, während in Matches gegen vermeintlich schwächere Teams namhaftere Unparteiische pfiffen. Ist dann eben so. Sulzthal blieb aber Erster, weil Wollbach zeitgleich nur Remis gegen Diebach spielte. Libero L.David fiel ab da mit einer Oberschenkelverletzung aus; dass es für den Rest der Runde sein sollte, war da noch nicht abzusehen. Dies sollte den Auftakt für ein nie dagewesenes Verletzungspech sein: Toptorschütze T.Eckert zog sich im ersten Training danach einen Innenband- samt Meniskusriss zu. Folge: Saisonaus. Blau-Weiß ließ sich aber nicht beirren und gewann auf Sand in Obererthal, wo der Ex-Waldberger B.Raab in der Ersten debütierte. Nur um eine Woche später im Spiel der Reserve per Kreuzbandriss wegzufallen. An dem Tag folgte die erste Heimniederlage nach 8 Heimsiegen in Folge. Gegen wen sonst als Brückenau. Doch auch danach bewies man Stärke, v.a. in Form des immer stärker werdenden B.Jammers, der als Verteidiger am Osterwochenende zweimal doppelt (!) traf. Auch Meyer erwischte es, der mit einer Schulterblessur kein weiteres Spiel mehr absolvieren konnte. Das absolute Spitzenspiel gegen Wollbach stand dann vor der Tür und wurde wie in der Hinserie mit 3:1 verloren. Allerdings weniger wegen einer schwachen Leistung (vielmehr war Sulzl mindestens ebenbürtig), sondern weil sich Jammers die Achillessehne riss (im Zweikampf zum 0:1, aber ohne Gegnereinwirkung). Später blieb die Elfmeterpfeife stumm, im Gegenzug das Gegentor. Halb so wild, hätte sich F.Keß nicht noch das Außenband im Sprunggelenk gerissen, wie sich am Folgetag herausstellen sollte. Oerlenbach profitierte da ungemein und das turbulente 4:3 der SG in Untererthal, bei dem die Viktoria ein 2:0 in Überzahl nicht in die Pause retten konnte, stellte eine Vorentscheidung dar.

Noch war aber nichts endgültig entschieden und das Wollbacher Unentschieden am drittletzten Spieltag war quasi ein Matchball für den VfR am vorletzten dann, als der TSV spielfrei war und man selbst nach Leichtersbach musste. Die indisponierte wie uninspirierte Leistung dort hatte keinen Punkt verdient, wenngleich dieser schon fast eingetütet war. Mit gütiger Windunterstützung fiel aber das 1:0 für den Gastgeber. Damit war Oerlenbach die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Was aber viel schlimmer sein sollte, war, dass man selbst den zweiten Platz ohne Mithilfe der Lauterer am finalen Spieltag nicht mehr erreichen konnte. Der Gefallen wurde dem VfR nicht gewährt, dafür verabschiedeten sich die Sulzthaler ebenso standesgemäß wie überzeugend mit einer einwandfreien Leistung gegen Diebach aus der Saison.

Fazit

Direkter Derbyvergleich gewonnen und nicht abgestiegen. Insofern eine erfolgreiche Saison. Nein, Spaß beiseite: Der dritte Platz ist ganz klar eine Enttäuschung, obgleich man ihn unter den widrigen Umständen einordnen muss. Auch andere Teams haben Verletzte, klar. Aber das Ausmaß und die Art der Leistungsträger, die es erwischt hat, sind außergewöhnlich und müssen als gewichtiger Grund zur Erklärung der verpassten Meisterschaft herhalten. Das Lazarett, das sich am Saisonende auftat, könnte selbst fast in der Kreisklasse mithalten. Übungsleiter S.Penquitt zählte zehn Spieler, die dem Kader der Ersten zuzurechnen sind und entweder mit mittelschweren bis schweren Verletzungen ausfallen oder bereits in der Rehabilitation sind. Dass es nicht zur Relegation reichte, muss am Spiel in Oberleichtersbach festgemacht werden, als das Team ob der vielen Rückschläge und Negativmeldungen im Kopf müde wirkte.